Großer Abschied: Peter Kraus nach Jahrzehnten geehrt
Mehr als 80 Gäste – darunter Mitarbeitende, langjährige Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter sowie Familienangehörige – waren gekommen, um diesen besonderen Moment gemeinsam zu erleben.
Dass der SkF besondere Anlässe bewusst begeht, zeigte sich auch an diesem Tag. In den Redebeiträgen wurde eindrucksvoll deutlich, welche Spuren Herr Kraus in der Einrichtung und darüber hinaus hinterlassen hat. Er wurde als profilierter Bereichsleiter, geschätzter Ratgeber und prägende Persönlichkeit gewürdigt, der die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und deren Familien über Jahrzehnte hinweg entscheidend mitgestaltet hat.
Ein Blick auf seinen beruflichen Weg macht diese Bedeutung greifbar: 1989 begann Herr Kraus seine Tätigkeit als Pädagoge in einer Wohngruppe des Sprachheilzentrums. Bereits ein Jahr später übernahm er erste Leitungsverantwortung und entwickelte den Bereich in den folgenden Jahren mit großer Kontinuität weiter. Über mehr als eine Generation hinweg setzte er sich für verlässliche Lebensräume, Teilhabe und Inklusion ein. "Mit Kindern und Jugendlichen kommt die Zukunft durch die Tür" – dieses Bild aus einer der Ansprachen bringt seine Haltung dabei besonders treffend auf den Punkt.
Im Laufe der Jahre setzte Herr Kraus wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Einrichtung. So begleitete er maßgeblich den Einzug in das neue Sprachheilzentrum im Jahr 2012 und prägte dessen konzeptionelle Ausrichtung entscheidend mit. Daran anknüpfend übernahm er 2020 eine weitere zentrale Aufgabe: die Zusammenführung des Sprachheil- und Förderzentrums mit den Don-Bosco-Häusern zum AGNES Fördernetzwerk. Unter seiner Leitung entstand ein starkes multiprofessionelles Angebot innerhalb der Jugendhilfe, das bis heute eine tragfähige Grundlage für die Arbeit bildet.
Sein Engagement beschränkte sich dabei nicht nur auf die eigene Einrichtung. Vielmehr brachte sich Herr Kraus auch in zahlreichen Gremien auf kommunaler und diözesaner Ebene ein und war dort ein geschätzter Gesprächspartner. Diese Vernetzung trug wesentlich dazu bei, die Arbeit des SkF e.V. Gießen weiter zu stärken.
Gleichzeitig wurde in den Ansprachen immer wieder seine Rolle als Führungspersönlichkeit hervorgehoben. Mit Klarheit, Verlässlichkeit und einem ausgeprägten Gespür für Menschen gelang es ihm, Teams zu stärken, Entwicklungen anzustoßen und auch in herausfordernden Zeiten Orientierung zu geben.
Mit Blick auf seinen Abschied zeigte sich zudem sein vorausschauendes Handeln: Bereits frühzeitig arbeitete er seine Nachfolgerin, Frau Stefanie Richter, in die Leitung des AGNES Fördernetzwerkes ein und stellte so einen gelungenen Übergang sicher.
Als besondere Anerkennung für sein langjähriges und prägendes Wirken wurde Herr Kraus im Rahmen der Feier mit der Ehrennadel des SkF Gesamtvereins in Dortmund ausgezeichnet. Damit wurde insbesondere sein Einsatz für den Aufbau und die Weiterentwicklung des AGNES Fördernetzwerks gewürdigt.
Mit dem Eintritt in den Ruhestand beginnt für Herrn Kraus nun ein neuer Lebensabschnitt. Neben großem Dank für sein Wirken begleiteten ihn vor allem gute Wünsche: Zeit zum Innehalten, zum Genießen und für all die Dinge, die im Berufsleben oft zu kurz gekommen sind.
Der SkF verabschiedet sich mit großer Anerkennung von Herrn Kraus und wünscht ihm für die Zukunft Gesundheit, Zufriedenheit und Gottes Segen. Seine Spuren bleiben – in den Strukturen der Einrichtung ebenso wie in den Lebenswegen vieler junger Menschen.